Warzenschwein

Das Warzenschwein (lat. Phacochoerus aehiopicus) ist eine in weiten Teilen Afrikas beheimatete Säugetierart aus der Familie der Echten Schweine (Suidae). Zusammen mit dem Wüstenwarzenschwein bildet es die Gattung der Warzenschweine.

 

Warzenschweine ähneln auf den ersten Blick einem etwas flacheren Wildschwein mit einem zu groß geratenem bizarren Kopf. Vor allem die sechs paarig angeordneten Warzen am Kopf des Keilers und die halbkreisförmigen, bis zu sechzig Zentimeter langen, gekrümmten Waffen (die Eckzähne des Oberkiefers) tragen zu diesem Eindruck bei. Die unteren Eckzähne sind ebenfalls verlängert, sie sind kürzer, aber schärfer. Die Warzen, die besonders bei alten Männchen sehr groß sein können, sind reine Hautgebilde ohne knöcherne oder Muskelgrundlage, die bereits beim Embryo angelegt sind. Der kurze Hals trägt eine Art Wamme.

 

Das gewöhnlich graue Fell der Warzenschweine ist aufgrund seiner wärmeren Heimat wesentlich weniger dick als das der mitteleuropäischen Wildschweine. Es hat eine lange Nacken- und Rückenmähne, die sich bei Gefahr aufstellt und einen mit einer Quaste versehenen Schwanz, den es bei Flucht oder Angriff aufstellt - diesem Verhalten verdanken sie auch den Spitznamen „Radio Afrika“. Diese Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 90 bis 150 Zentimeter, der Schwanz wird 25 bis 50 Zentimeter lang und die Schulterhöhe beträgt 64 bis 85 Zentimeter. Das Gewicht liegt zwischen 50 und 150 Kilogramm, wobei die Männchen schwerer als die Weibchen werden.

 

Warzenschweine sind nahezu in ganz Afrika südlich der Sahara verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Mauretanien bis Äthiopien und südlich bis Namibia und Südafrika. Ihr Lebensraum sind offene Gelände, vorzugsweise in Savannen und lichten Wäldern.

 

Warzenschweine sind im Gegensatz zu den meisten anderen Schweinearten tagaktiv, ruhen aber während der Mittagshitze im Gebüsch oder unter Bäumen. Nachts verbergen sie sich in Felslöchern, alten Termitenbauten und mit Vorliebe in den Höhlen der Erdferkel, die nachts auf Nahrungssuche gehen.

 

Diese Schweine leben in Gruppen von vier bis 16 Tieren, die sich meistens aus mehreren Weibchen mit deren Nachwuchs zusammensetzen. Auch junge Männchen bilden Gruppen, während ausgewachsene Keiler meist einzelgängerisch leben. Mehrere Gruppen und Einzeltiere bilden eine Großgruppe. Die Reviere mehrerer Gruppen innerhalb einer Großgruppe überlappen, manchmal werden auch Erdlöcher und andere Ressourcen gemeinschaftlich genutzt.

 

Warzenschweine sind ausgesprochen wehrhafte Tiere, die mitunter sogar Leoparden zu vertreiben vermögen.

 

Bejagung:

Die meisten starken Keiler werden durch Ansitz am Wasser erlegt. Wegen des hohen Grases sind die Warzenschweine sonst meist schwer auszumachen.

Wer das Schießen am Wasser ablehnt, kann, wenn er gezielt einen kapitaler Keiler erlegen möchte, die Wasserstelle zum "Ausfindigmachen" und Ansprechen des Keilers benutzen. Wenn ein kapitaler Keiler das Wasser verläßt, kann man diesem nachpir­schen. Dies ist schwierig und reizvoll.

 

Auf der Pirsch ist. das Erlegen eines kapitaler Keilers oft Zufall, da man im hohen Gras selten vernünftig ansprechen kann.

 

In bergigem oder gewellten Gelände, in dem man Warzenschweine von einem erhöhten Aussichtspunkt entdecken und ansprechen kann, lassen sick Keiler gut anpirechen. Man muß sehr aufpassen, daß man die Keiler im hohen Gras nicht verliert. Warzen­schweine sehen sehr schlecht, hören und wittern jedoch gut.

Angeschossene Warzenschweine sind in der Regel nicht aggressiv. Einzelne Indivi­duen greifen jedoch mit großer Entschlossenheit (sogar Fahrzeuge) an.

 

Ansprechen:

Mit etwas Übung kann man den Keiler sofort von der Bache unterscheiden. Er ist wesentlich schwerer, hat einen sehr langen Körper mit, im Verhältnis, kurzen Beinen. Der Kopf ist erheblich breiter und grober. Sofort fallen die großen, unter den Augen gelegenen, Warzen auf. Ober dem Gebrech ist beidseits eine weitere, kleinere Warze. Die Bache hat nur das obere Warzenpaar und selbst dies ist nur angedeutet. Häufig haben Keiler durch ein öliges Drüsensekret unter­halb der Augen einen großen schwärzlichen Fleck. Ein auffallender weiBer Backenbart ist meist ein Hinweis dafür, daB es sich um eine Bache handelt. Die Waffen sind bei der Bache schwächer und meist starker gekrümmt.

 

Bei einem starken, alten Keiler sollten die Waffen deutlich hervortreten und sich nicht sofort zur Spitze hin verjüngen. Man stelle sich vor, daß beim Tragen eines starken Keilers die Waffen bequem als Handgriff benutzt werden können, wobei bei einem guten Keiler die Waffen aus einer Männerfaust deutlich herausragen müssen. Deutliches Altersmerkmal sind die oberen Gesichtswarzen, these sind bei einem alten Keiler lang und dick und Ungen häufig etwas herab.

 

Quelle: Kai-Uwe Denker: Jagen in Namibia, Wikipedia

 

Ideales Abkommen:

Quelle: Wild und Hund, Treffpunkt Afrika, Ideales Abkommen auf häufig bejagte Wildarten
Quelle: Wild und Hund, Treffpunkt Afrika, Ideales Abkommen auf häufig bejagte Wildarten